TESCH Riesling

KLARTEXT © by Dr. Martin Tesch


DAS BLECH-DILEMMA: Warum der Drehverschluss Weine besser reifen lässt

Gute Nahrungsmittel – aus besten Zutaten handwerklich hergestellt – nehmen bei der Reife neue, positive Eigenschaften an. Das gilt zum Beispiel für Wein. Aber auch für Spirituosen, Käse oder Schinken. Industriell hergestellte Lebensmittel haben diese Eigenschaft häufig nicht, denn sie sind oft nicht für die Reifung gemacht, sie gewinnen mit der Zeit nicht an geschmacklicher Komplexität, sondern verderben.

Die TESCH – Rieslinge sind handwerklich ganz klar für die Langstrecke gemacht. Die Ernte der Trauben von Hand und extrem traditionelle Verfahren der Weinherstellung sorgen für ein exzellentes Produkt, das nach der Abfüllung in Ruhe reifen kann. Ich habe mich vor einigen Jahren ganz bewusst entschieden, unsere Flaschen ausschließlich mit High-Tech Drehverschlüssen zu versehen. Nicht wenige Weintrinker sprechen mich auch heute noch auf diesen vermeintlichen Frevel an. Dabei gibt es keinen besseren Verschluss, um wertvolle Weine gut reifen zu lassen.

Kork ist ein – mittlerweile rares – Naturprodukt mit schwer vorhersehbaren Eigenschaften. Trotz aller Vorsicht beim Abfüllen und Verkorken kam es immer wieder zu Problemen bei der Lagerung. Der klassische „Korkschmecker“ war und ist dabei das seltenere Ärgernis. Vielmehr passierte es sehr häufig, dass undichter Kork Sauerstoff in die Flaschen eindringen ließ. Das wiederum führt zur Oxidation und letztendlich zum Verderben des Weines.

Der moderne Schraubverschluss garantiert deshalb vor allem eines: Er verhindert das Eindringen von Sauerstoff in die Flasche und ermöglicht so eine extrem zuverlässige Reifung des Weines. Deshalb ist es ein Trugschluss, Flaschen mit Schraubverschluss nur mit unkomplizierten Weinen für den schnellen Genuss zu verbinden und den Einsatz von Kork als Qualitätskriterium für den Wein heranzuziehen.

Jetzt liegt es am Weintrinker, über dieses Dilemma hinweg zu kommen. Ich bin da aber ganz zuversichtlich. Wir erleben gerade eine deutlich höhere Nachfrage nach unseren „unter-Blech-gereiften“ Rieslingen. Vor allem von Weinbars und Sommeliers: erstens sind die Weine perfekt gereift und große Klasse und zweitens ist eine Flasche so gut wie die andere. Man bekommt einfach viel mehr Weinvergnügen für den gleichen Preis. Und diese Tatsache wird das Blech-Dilemma im Laufe der Zeit lösen. (Text © by Dr. Martin Tesch | Foto © by Christof Mattes)

KURZE WEGE!

Das Qualitätsmerkmal „regional“ hat das Label „bio“ abgelöst. Regionale Lebensmittel sind das neue „bio“, „regional“ ist der neue Luxus. Dabei war vor gerade mal einer Generation fast alles regional, und das waren ganz sicher keine luxuriösen Zeiten.

Für mich bedeutet „regional“: meine kulinarische Heimat. Es geht dabei immer um die Freude am Genuss. Die besten Eier kommen tatsächlich vom Bauern aus dem Nachbardorf, das beste Gemüse aus meinem eigenen Garten. Der beste Honig und die besten Früchte stammen aus den benachbarten Obstgärten. Der türkische Metzger bietet das beste Lamm aus dem nahe gelegenen Hunsrück.

Aber warum kommt das beste Brot vom Bäcker aus dem Dorf? Vielleicht liegt es daran, dass er sein Mehl bei der Mühle im nächsten Ort bezieht? Und vielleicht auch daran, dass die Mühle ihr Getreide schon immer bei Bauern aus der Region kauft? Es liegt eigentlich auf der Hand: Es genügt mir, dem besten Produkt zu folgen! Qualität hat ihren Ursprung immer in sorgfältiger, handwerklicher Produktion. Und meistens verketten sich diese Herkünfte. Der gute Metzger nutzt die Qualität verantwortungsvoller Tierhaltung, so wie der gute Bäcker auch vernünftige Eier verwendet.

Der umweltschonende Anbau und der geringe CO2-Abdruck sind schöne Nebeneffekte meiner Vorfreude auf diese Lebensmittel. Das hat nichts mit „Solidarität“ mit kleinen Familienbetrieben zu tun, denn diese Produzenten sind „alternativlos“. In dieser Qualität kann ein größerer Hersteller einfach nicht liefern.

Diese Dinge sind in der Stadt viel schwerer zu finden, könnte man einwenden. Ich bin mir da aber nicht so sicher. Immer wieder überraschen mich Freunde in der Stadt mit Lebensmitteln, die ich so bei uns nicht finden kann. Vielleicht, weil ein größerer Markt auch zu einem größeren Angebot und zu einer größeren Vielfalt führt. Hier in der Provinz finde ich zum Beispiel praktisch keine guten Fische oder tollen Käse. Das macht aber nichts. Zum einen kann man Käse prima verschicken. Zum anderen brauche ich ja nicht alle kulinarischen Optionen an einem Ort gleichzeitig. Meine Heimat hat nämlich, wie jede andere Region, viel zu bieten. (Text © by Dr. Martin Tesch | Foto © by Dr. Martin Tesch)


TYPISCH DEUTSCH!

Unsere Lagen-Rieslinge verfolgen einen extrem traditionellen Ansatz des Weinmachens. Riesling und Lage, klar und direkt. Typisch deutsch eben – für uns ein vertrauter Genuß. Aber die TESCH-Rieslinge werden auch in aller Herren Länder geliefert. Jede vierte Flasche wandert aus. Für mich ist es immer wieder großartig zu beobachten, was dort mit unseren Weinen passiert.

Manchmal werden unsere Rieslinge liebevoll in ihren ursprünglichen, kulinarischen Kontext zurückversetzt. Etwa im Restaurant des „Museum of Modern Art“ in New York. Dort hatte man das Ziel, die Küchen der Welt ebenso zu vermitteln wie die verschiedenen Kulturen und Epochen. Zur Bratwurst mit Sauerkraut servierte man ganz profan ein Glas KARTHÄUSER – perfekt! Auch im Restaurant „Alte Liebe“ in Yokohama sind unsere Weine ein großer Erfolg. Der Chef realisierte dort nach seiner Ausbildung in Baiersbronn eine perfekte deutsche Hochküche. Inklusive Schwarzwälder Kirschtorte.

Aber dieser Ansatz ist eher die Ausnahme. Meistens kennen die Kunden unsere heimische Küchenkultur gar nicht so gut. Und wenn unsere Weine auf einmal in einem komplett anderen Kontext stehen, wird es kunterbunt. In Skandinavien werden tonnenweise Flußkrebse mit unseren Rieslingen verputzt. In Japan gelten sie als Geheimtipp zu bestimmten Wagyu-Gerichten. In den indischen Restaurants Londons überstiegen die Kombinationsmöglichkeiten mit Speisen, von denen ich vorher noch nie gehört hatte, mein Vorstellungsvermögen.

Ich bin natürlich immer daran interessiert zu erfahren, warum jetzt ausgerechnet dieser TESCH-Riesling zu jenem Teller gereicht wird. Die Antwort auf diese Frage enthält meistens die Wörter „Frische“, „Balance“ und „Präzision“.

Unsere Weinkultur lässt sich also allein über Geruch und Geschmack ziemlich gut erfassen. Und unser Riesling scheint sich irgendwie an die meisten Küchen dieser Welt anzupassen. (Text © by Dr. Martin Tesch | Foto © by Raik Hölzel)



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