LET’S TALK ABOUT BIO

Wir werden oft gefragt: sind TESCH-Weine „bio“? Nein – sind sie nicht. Der Grund liegt in der eingeschränkten Verwendung von abbaubaren Pflanzenschutzmitteln nach den Regeln für den Bio-Anbau.

Falscher Mehltau ist eine gefürchtete Krankheit des Rebstocks. Sie wurde im 19. Jahrhundert als frühe Folge der Globalisierung vom amerikanischen Kontinent nach Europa eingeschleppt. Keine europäische Kulturpflanze ist gegen diesen Pilz resistent. Früher nannte man diese Variante des Mehltaus auch die Blattfallkrankheit. Ohne Blattfläche kann man natürlich keine guten Trauben erzeugen.

Kupfersalze wurden schon vor 200 Jahren als wirksames Mittel gegen diese Plage erkannt. Dieses alte Mittel hat nur einen gravierenden Nachteil: es ist schon in kleinen Mengen für Pflanzen, Tiere und Menschen giftig. Jeder hat schon einmal gehört, dass man einen alten Baum durch einen eingeschlagenen Kupfernagel töten kann. Außerdem baut sich Kupfer im Boden nicht ab, sondern es reichert sich dort an. Das ist besonders bei Dauerkulturen wie einem Weinberg ein Problem.

Einen Weinbergsboden kann man recht einfach an der Bodenanalyse erkennen. Über jahrzehntelangen Einsatz hat sich dort Kupfer angereichert – oft sind diese Böden dann biologisch tot. Um diesen Prozess zu stoppen, setzen wir im Weingut Tesch nur im absoluten Notfall Kupfer ein. Im Bio-Anbau wäre Kupfer das Standardmittel gegen Mehltau. Das ist aus meiner Sicht veraltet. Wir sind große Freunde moderner, biologisch abbaubarer Pflanzenschutzmittel. Zudem müsste man im Bio-Anbau deutlich häufiger mit dem Traktor durch die Weinberge fahren. Auch das belastet das Bodenleben massiv. Deshalb entscheiden wir uns regelmäßig gegen eine Bio-Zertifizierung.

Auf der anderen Seite profitieren unsere Weinberge stark von den Entwicklungen und Ideen aus dem Bio-Anbau. In vielen anderen Belangen werden unsere Weine nämlich „biologisch“ hergestellt. Das heißt wir setzen weder Herbizide, Insektizide oder Mineraldünger ein. Für den ökologischen Anbau wurde in den letzten Jahrzehnten eine Vielzahl von sehr guten Arbeitsweisen und Geräten entwickelt, die wir ebenfalls sehr gerne nutzen. Auf das beliebte Biosiegel verzichten wir dennoch zum Wohle unserer Gesundheit und der Umwelt. (Text © by Dr. Martin Tesch | Foto © by Dr. Martin Tesch)